Evangelische Einkaufsgemeinschaft Kärnten-Osttirol

Evangelische Einkaufsgemeinschaft Kärnten-Osttirol

Die Evangelische Einkaufsgemeinschaft, die im April 2016 in der Superintendential-Versammlung für Kärnten und Osttirol beschlossen wurde, verfolgt das Ziel, umweltfreundliche Produkte und Leistungen von regionalen Lieferanten als wirtschaftliche und zweckmäßige Alternative anzubieten. Gemeinsam mit den Gemeinden werden maßgeschneiderte Angebote erarbeitet. Das Projekt wird von Eva Burger-Winkler betreut.

Das Projekt hat in den ersten 1,5 Jahren CO2-Einsparungen von mehr als 91 Tonnen, das entspricht rund 450.000 PKW-km, bewirkt. Für unsere Bemühungen für den Klima- und Ressourcenschutz wurde die Evangelische Einkaufsgemeinschaft mit dem Nachhaltigkeitspreis des Landes Kärnten 2017 geehrt. Die Pressemitteilung des Landes Kärnten können Sie hier nachlesen.

Nachhaltigkeitspreis_Verleihung

Foto (Heidrun Knafl): Preisverleihung am 26.2.2018

Am Foto sehen Sie von links nach rechts Landesrat Rolf Holub, Pfarrer Norman Tendis (WIDL), Superintendent Manfred Sauer, Eva Winkler (WIDL) und die Fachjury bestehend aus Ass-Prof. Renate Hübner (Alpen Adria Universität Klagenfurt), Nina Vasold (Referat für Schöpfungsverantwortung der Katholischen Kirche Kärnten), Christian Salmhofer (Klimabündnis Kärnten)

Der Dank des Projektteams gilt den Pfarrgemeinden, der Superintendentur und den Partnerunternehmen. „Ohne dem Engagement der 33 Pfarrgemeinden und der Superintendentur für die Umwelt sowie der wertschätzenden Kooperation mit den regionalen Partnerunternehmen AAE Naturstrom Vertrieb GmbH, Kreiner Druck- und Verlagsgesellschaft m.b.H. & Co. KG, Büro Handel GmbH, Peter Seppele GmbH, KELAG Wärme GmbH und Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie GmbH, wäre das Projekt nicht umsetzbar gewesen“, betonte Pfarrer Norman Tendis.

Projektbeschreibung

Trotz immer größer werdenden Interesse an umweltfreundlichen Produkten, gibt es Hindernisse in der Umsetzung: die Kosten, der Zeitmangel bei der Auswahl, ein verwirrender Dschungel an Umwelt-Labels, die mangelnde Information über Alternativen u.v.m..

Für die ersten 6 Produktgruppen, welche für Pfarrgemeinden besonders interessant sind, wurden basierend auf dem Österreichischen Umweltkennzeichen und unter der Maxime der Regionalität folgende Umweltkriterien für die Produkt- und Lieferantenauswahl festgelegt. Als erste Maßnahme sollten alle Möglichkeiten zur Reduktion des Material- und Energieverbrauches ausgeschöpft werden. Als zweite Maßnahme empfehlen wir den Umstieg auf umweltschonende Produkte und Dienstleistungen. Diese beiden Strategien sollen immer Hand in Hand gehen.

Büropapier
Kaufen Sie 100% Recyclingpapier mit dem Blauen Engel oder dem Österreichischen Umweltkennzeichen bei regional ansässigen Firmen.
• 100% Recyclingpapier
Der Faserstoff von Schreib-, Kopier, EDV- und Druckpapier besteht zur Gänze aus Altpapier und bei der Herstellung wird auf optimale und
umweltgerechte Nutzung der Rohstoffe geachtet.
• Strenge Grenzwerte für Abluft, Abwasser, und Chemikalieneinsatz
Bei der Herstellung aller Papiersorten gibt es strikte Beschränkungen für den Einsatz von gesundheits- oder umweltgefährdenden Chemikalien (z.B.
chlorfreie Bleiche) sowie strenge Grenzwerte für die Schadstoff-Belastung von Luft und Wasser.

Druckerzeugnisse
Lassen Sie Druckwerke auf 100% Altfaserpapier bei regional ansässigen UZ24-zertifizierten Druckereien erzeugen.
• Vermeidung umweltbelastende + gesundheitsgefährdende Chemikalien wie Lösungsmittel, Farben (Schwermetalle),…) und Reinigungsmittel
(Isopropylakohol – VOCs ).
• Deinkbare-Farben sollen Papier-Recycling ermöglichen.
• Regelmäßige Erstellung von VOC- und Energie-Bilanzen um die Stellhebel identifizieren und Maßnahmen setzen zu können.
• 100% Recycling Papier (in Ausnahmefällen chlorfrei gebleichtes FSC oder PEFC Primär-Papier).

Vor allem das Thema Wärme setzt Maßnahmen zur Energieeinsparung voraus, hier können wir auf die Fördermöglichkeiten für Pfarrgemeinden aus dem Energieeffizienzprojekt 2015-2017 verweisen. In einem ersten Schritt wurden Umweltkriterien für zwei Wärmetechnologien erstellt, Pellets sowie Nah-und Fernwärme.
Pellets
Wichtig ist bei der Nutzung von Biomasse zur Wärmeerzeugung, dass sowohl die Brennstoffherstellung als auch die Wärmeerzeugung nicht nur klimaschonend (CO2-aufkommensneutrale Verbrennung) sondern auch sonst schadstoffarm sind.
• Naturbelassene Holz- und Rindenpresslinge oder Holzhackgut um Schadstoffe in der Produktion und Verbrennung zu vermeiden.
• Nur Nebenprodukte der Holzbe- und –verarbeitung, keinesfalls von Span- oder Faserplatten oder imprägnierten, lackierten oder chemisch behandelten
Hölzern, um Fremdstoffe/Verunreinigungen zu vermeiden. Die Pellets-Produktion soll nicht der wirtschaftliche Hauptzweck der forstwirtschaftlichen
Aktivität sein.
• Mindestens 70 Prozent stammen aus nachhaltiger Frostwirtschaft um die natürlichen Regenerationsfähigkeit des Waldes sowie dessen Flora und Fauna
zu schützen. Der Nachweis darüber soll dem Pelletshändler über Zertifikate vorliegen.
• Mindestens 80 Prozent des Ausgangsmaterials stammen aus der Region Kärnten / Osttirol um die regionale Wirtschaft zu stärken. Vom Pelletshändler
wird Auskunft über die aktuelle Lieferantenstruktur verlangt.
Fernwärme
Nah- und Fernwärme kann als Nutzung von Abwärme mit regionalen Lieferstrukturen, aufgrund der positiven Effekte für den Klimaschutz und der wesentlichen Verbesserung der lokalen Luftgüte allgemein empfohlen werden. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die Abwärme nicht hauptsächlich von fossilen Energieträgern stammt.
• Mindestens 80 Prozent der Aufbringung soll aus regenerativen Quellen stammen, um die Förderung von Erdgas-Heizwerken so gering wie möglich zu
halten.

Elektischer Strom
Über die Definition von Ökostrom wird heftig diskutiert, die hier dargestellten Kriterien werden vom WIDL Strompool erfüllt. Das Energieversorgungsunternehmen soll
• ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen anbieten, damit keine Verschiebung der fossilen/nuklearen Anteile zu weniger umweltbewussten Kunden
stattfindet;
• laut e-control Bericht ausschließlich Herkunftsnachweise aus Österreich haben, um sich der Transparenz-Problematik mit ausländischen
Herkunftsnachweisen zu entziehen;
• keine direktes oder indirektes Tochterunternehmen von „konventionellen“ Anbietern sein, damit nicht indirekt Atomkraft gefördert wird; und
• einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten, sprich den Ausbau von neuen erneuerbaren Anlagen oder die Revitalisierung von alten Anlagen zu
fördern.

Hygiene-Papier und Reinigungsmittel
Kleinmengen beim Nahversorger um die Ecke beziehen.
• Hygienepapier aus 100% Recyclingpapier
Der Faserstoff von Taschentüchern, Küchenrollen und Klopapier besteht zur Gänze aus Altpapier und bei der Herstellung wird auf optimale und
umweltgerechte Nutzung der Rohstoffe geachtet.
• Öko-Reinigungsmittel – Achtung auf Dosierung im Umgang mit Konzentraten

Bei Interesse an konkreten Produkt- und Lieferanten-Empfehlungen für den Raum Kärnten und Osttirol sowie dem Wunsch an der Einkaufsgemeinschaft teilzunehmen, bitte wenden Sie sich an das WIDL Team.

TTIP stoppen!
Evangelischer Strompool